Der Bajkowe-Friedhof ist einer der bekanntesten Friedhöfe in Kyiv. Der Friedhof ist nach Sergej Bajkow benannt, auf dessen Grundstück der in den 1830er Jahren gegründete Friedhof lag, obwohl er ursprünglich Nowostrojenske hieß.
Interessant ist die Tatsache, dass die ersten Beerdigungen dort von der lutherischen Gemeinde durchgeführt wurden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der alte lutherische Friedhof aufgrund ständiger Überschwemmungen in einem sehr schlechten Zustand war. Die Erlaubnis, an diesem Ort zu bestatten, erhielten die lutherische und die katholische Gemeinde im Jahr 1831. 1839 wurde die endgültige Verlegung der Gräber vom alten Friedhof abgeschlossen.


Der Friedhof wies eine Besonderheit auf, die für die damalige Zeit fortschrittlich war: Er war der erste Friedhof der Stadt, auf dem Menschen verschiedener Religionen bestattet wurden. Daher kann man die Aufteilung in Abteilungen feststellen: lutherisch, katholisch, orthodox und jüdisch.


Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich der Friedhof erheblich vergrößert. Es entstand ein neues Grundstück, das durch die Bankowa-Straße vom vorherigen getrennt wurde. Der kleinere Teil wurde Alter Baikowe-Friedhof genannt, der größere Teil hieß Neuer Bajkowe-Friedhof. Der Friedhof wurde eingezäunt und es wurden vier Tore gebaut, die zu den jeweiligen Abteilungen führten. Sie wurden Altes, Lutherisches (oder Deutsches), Katholisches (Polnisches) und Orthodoxes Tor bezeichnet.




Auf dem Bajkowe-Friedhof kann man Familiengrüfte sehen, die hier seit dem späten 19. Jahrhundert entstanden sind. Die besten Architekten der Stadt, Wladimir Nikolajew, Władysław Horodecki, Alexei Schtschussew und andere arbeiteten an den Projekten. Die Familiengrüfte sind einzigartig und wurden nach den Traditionen und dem Glauben der Verstorbenen errichtet. Viele der Familiengrüfte sind heute in einem baufälligen Zustand. Es gibt die Meinung, dass sich die Menschen während des Krieges in Familiengrüfte versteckt haben. Später schliefen dort auch Obdachlose. Ein weiterer Grund ist, dass alle Friedhofsbücher während des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen sind, so dass es immer noch schwierig ist, festzustellen, zu welchen Familien sie gehören und wer sie pflegen sollte.

Viele prominente Persönlichkeiten sind hier begraben: die Dichterin Lesja Ukrajinka, der Komponist Mykola Lysenko, der Schauspieler Leonid Bykov, der Chirurg Oleksandr Schalimow, der Wissenschaftler Borys Paton, der erste Präsident der Ukraine Leonid Krawtschuk und andere.



Zu den nennenswerten deutschen Namen gehören der Konstrukteur Fedir Anders, der Kiewer Bürgermeister Gustav Eisman, der Architekt Paul Shleifer, der Botaniker Iwan Schmalhausen, der Arzt Julius Mazonn, der Rechtsanwalt Mykola Rennenkampf, der Anatom Alexander Walter und andere.